In der Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängten Kunstfasern besonders des Herstellers Du Pont den Hanf auch aus der Bekleidungsherstellung, unterstützt von der Anti-Cannabis Kampagne von Harry J. Anslinger. Eine Ausnahme bildet hier die „Hemp for Victory“-Kampagne des US-Militärs, das dringend den Rohstoff Hanf für die Rüstung brauchte. Den Rest des Beitrags lesen »
Hanf | Geschichte | Moderne und Gegenwart
29 05 2008Kommentare : Kommentar schreiben »
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Hanf | Geschichte | Mittelalter und Neuzeit
29 05 2008Hanf blieb auch nach der Antike in Europa eine wichtige Nutzpflanze. Kaiser Karl der Große erwähnte 812 im Kapitel LXII seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii den Hanf (canava), wenngleich er ihn auch nicht in der Liste der als verpflichtend anzubauenden Pflanzen aufnahm.
Viele mittelalterliche Waffen wie etwa der Langbogen, dessen Sehnen aus Hanf bestanden, wären ohne die robuste und widerstandsfähige Hanffaser, die enorme Zugkräfte aushält, nicht anzufertigen gewesen.
Über Spanien fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser ihren Weg nach Europa – die Papierherstellung. Da die Papierherstellung aus Holz damals noch nicht beherrscht wurde, war Hanf neben Lumpen (die selbst oft aus Hanf bestanden) der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion. So entstand in Nürnberg 1290 eine erste Papiermühle auf deutschem Boden. Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Gutenberg-Bibel auf Hanfpapier, ebenso wie die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776. Der erste amerikanische Präsident George Washington baute selbst im großen Stil Hanf an.
Hanfseile und Segeltuch aus Hanf waren in der Schifffahrt wichtig, da die Faser sehr widerstandsfähig gegenüber Salzwasser ist und weniger Wasser aufnimmt als beispielsweise Baumwolle – Baumwollsegel würden bei Regen derartig schwer, dass die Masten brechen könnten. Auch Flachsleinen war ein schlechter Ersatz, da es bei Kontakt mit Wasser anders als Leinwand aus Hanf binnen weniger Monate verrottet. Venedig erreichte seine Vormachtstellung als bedeutendes Handelszentrum im Mittelalter u. a. durch die hohe Qualität der Seilerei. In Südwestdeutschland ging der Hanfanbau mit dem Aufkommen des für die Bauern rentableren Tabakanbaus sowie mit der Einfuhr von Sisalfasern zurück und kam bis zum Ersten Weltkrieg bis auf wenige Ausnahmen praktisch zum Erliegen.
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Hanf | Geschichte | Frühgeschichte und Antike
29 05 2008Hanf (Cannabis sativa L.) wurde in China schon seit langem genutzt. „Ma“, wie die Chinesen den Hanf nannten, lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren besonders langen und nahezu unverwüstlichen Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Bereits im Shen nung pen Ts’ao king, einem vermutlich ungefähr zu Beginn unserer Zeitrechnung verfassten chinesischen medizinischen Text, beschreibt der Autor, wie Hanf als Heilmittel gegen Malaria, Rheuma und viele andere Unpässlichkeiten eingesetzt werden kann.
Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat der Hanf seinen Siegeszug um die Welt an. In Europa sind die ältesten Funde ca. 5.500 Jahre alt und stammen aus dem Raum Eisenberg (Deutschland). Aus der Gegend des heutigen Litauen stammen Funde von Hanfsamen ca. 2500 v. Chr. und eines Hanffadens ca. 2300 v. Chr. Die alten Griechen und ihre ägyptischen Nachbarn kleideten sich oft mit Hanf – Kleidung aus Hanfgewebe wird von Herodot (450 v. Chr.) erwähnt. Hanf und Flachs waren lange Zeit die wichtigsten Faserpflanzen Europas. Plinius der Ältere schreibt, dass Hanf Schmerzen lindere, und Pedanios Dioscurides berichtet von der Wirksamkeit des Saftes der Hanfsamen gegen Ohrenschmerzen. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurden aus Hanf Mittel zur Linderung von Wehenkrämpfen und nachgeburtlichen Schmerzsymptomen gewonnen.
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Was ist der Unterschied zwischen Indica und Sativa?
28 05 2008Wissenschaftlich (und gesetzlich) sind alle Cannabis-Pflanzen Cannabis Sativa L.
In der Praxis sind Indica und Sativa die Namen, die man verwendet, um jede Seite des Cannabis-’Spektrums’ zu unterscheiden. Innerhalb dieses Spektrums gibt es eine Vielheit an unterschiedlichen Wuchsbildern, Qualitäten und Effekten, von denen die meisten sich aus der einzigartigen Fähigheit von Cannabis, sich seiner Umwelt anzupassen, ergeben. Genetisch und hinsichtlich der Hybridzüchtung gehören alle Cannabis-Pflanzen und hanfsamen zu derselben Familie.
| Cannabis Indica | Cannabis Sativa |
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Warum Cannabis bei Migräne hilft
23 05 2008Die Migräne wird als Erkrankung häufig unterschätzt, sie kann jedoch das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Etwa 14 Prozent der weiblichen und 8 Prozent der männlichen Erwachsenen sind von der Erkrankung betroffen, in einem unterschiedlichen Ausmaß. Neben oft halbseitigen Kopfschmerzen kann die Migräne mit Übelkeit und Erbrechen sowie Sehstörungen und anderen Symptomen einhergehen. Die meisten Betroffenen sprechen auf verfügbare Medikamente an, häufig jedoch nur unzureichend. Den Rest des Beitrags lesen »
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Sinsemilla: Cannabis ohne Samen
23 05 2008Sinsemilla (aus dem spanischen „sin semilla“ „ohne Samen“; auch fälschlicherweise Sen) bezeichnet unbefruchtete und daher samenlose weibliche Blüten. Der Begriff steht vor allem im Zusammenhang mit Marihuana für die besonders THC-reichen Blütenstände unbefruchteter weiblicher Cannabis-Pflanzen.
Zur Erklärung dieser Erscheinung gibt es zwei Hypothesen: Zum einen müsse die unbefruchtete, weibliche Cannabis-Pflanze keine Energie in die Ausbildung von Samen investieren und die Energie stehe damit für die Produktion von Harz inklusive der darin enthaltenen psychoaktiven Substanzen zur Verfügung. Zum zweiten wird vermutet, dass das klebrige Harz die Aufgabe habe, männliche Pollen festzuhalten und die Cannabispflanze würde auf die ausbleibende Befruchtung quasi als „Akt der Verzweiflung“ mit vermehrter Harzproduktion reagieren, um vielleicht doch noch ein paar Pollen einzufangen.
Praktische Umsetzung in der Hanfzucht: Da männliche Cannabispflanzen sowieso kaum THC liefern, werden sie entfernt, nachdem sie ihr Geschlecht durch Ausbildung der Pollensäcke zu Beginn der Blüte offenbart haben und bevor sie die Weibchen befruchten. Alternativ werden a priori nur weibliche Pflanzen verwendet, z.B. Stecklinge (Klone) einer weiblichen Mutterpflanze oder aus feminisierten Samen gezogene Pflanzen.
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